Brüder, Geister und Fossilien
| AUTHOR | Wolf, Thomas |
| PUBLISHER | de Gruyter (09/13/2001) |
| PRODUCT TYPE | Hardcover (Hardcover) |
Drei in sich geschlossene Aufstze beleuchten spezifische, unter dem gemeinsamen Nenner "Umwelterfahrung" zusammengefa te Erlebniswelten eines Schriftstellers, der sich den Zwngen und Bedingtheiten seiner familiren Situation sowie den Fremdbestimmungen seiner geistigen und literarischen Entwicklung durch Schule, Universitt und staatliche Obrigkeit anpassen mu te und doch trotz aller Deformationen des u eren Lebens literarische Werke hervorbrachte, an denen formale Ungezwungenheit und stilistische Brillanz gerhmt wurden. Im aufopferungsvollen Zwist mit den strafflligen Brdern Karl und Alois trat Eduard Mrike (1804-1875) als ausdauernder Kmpfer und letztlich dominierendes Familienoberhaupt auf. Auch gegenber Justinus Kerner, der zunchst die Rolle eines geistigen bervaters spielte, dann zeitweise auf okkultistischem Gebiet ein Gleichgesinnter war, um schlie lich als Leitbild abzudanken, vollzog sich - parallel zu Mrikes schriftstellerischer Sozialisation - eine deutliche Entwicklung von Passivitt zur Aktion. Mrikes anfnglich starker Autorittsglaube wich mit der Zeit immer mehr dem Autorittszweifel, in der Beziehung zum lteren Bruder Karl, in der ungleichen Freundschaft zu Justinus Kerner sowie im Dialog zu naturwissenschaftlichen Koryphen wie Kurr, Quenstedt oder Oppel. Bei der Betrachtung des scheinbar harmlosen Fossiliensammelns und der obskuren Beschftigung mit parapsychischen Phnomenen werden nebenbei aus interdisziplinrer Perspektive Grundoperationen der Mrikeschen Poetik sichtbar - etwa das Benennen und Beschreiben von Dingen und Sinneseindrcken, das teilweise pseudoreligise Zge trgt.
Drei in sich geschlossene Aufstze beleuchten spezifische, unter dem gemeinsamen Nenner "Umwelterfahrung" zusammengefa te Erlebniswelten eines Schriftstellers, der sich den Zwngen und Bedingtheiten seiner familiren Situation sowie den Fremdbestimmungen seiner geistigen und literarischen Entwicklung durch Schule, Universitt und staatliche Obrigkeit anpassen mu te und doch trotz aller Deformationen des u eren Lebens literarische Werke hervorbrachte, an denen formale Ungezwungenheit und stilistische Brillanz gerhmt wurden. Im aufopferungsvollen Zwist mit den strafflligen Brdern Karl und Alois trat Eduard Mrike (1804-1875) als ausdauernder Kmpfer und letztlich dominierendes Familienoberhaupt auf. Auch gegenber Justinus Kerner, der zunchst die Rolle eines geistigen bervaters spielte, dann zeitweise auf okkultistischem Gebiet ein Gleichgesinnter war, um schlie lich als Leitbild abzudanken, vollzog sich - parallel zu Mrikes schriftstellerischer Sozialisation - eine deutliche Entwicklung von Passivitt zur Aktion. Mrikes anfnglich starker Autorittsglaube wich mit der Zeit immer mehr dem Autorittszweifel, in der Beziehung zum lteren Bruder Karl, in der ungleichen Freundschaft zu Justinus Kerner sowie im Dialog zu naturwissenschaftlichen Koryphen wie Kurr, Quenstedt oder Oppel. Bei der Betrachtung des scheinbar harmlosen Fossiliensammelns und der obskuren Beschftigung mit parapsychischen Phnomenen werden nebenbei aus interdisziplinrer Perspektive Grundoperationen der Mrikeschen Poetik sichtbar - etwa das Benennen und Beschreiben von Dingen und Sinneseindrcken, das teilweise pseudoreligise Zge trgt.
