Der Amoklauf von Erfurt: Widersprüche eines öffentlichen Diskurses
| AUTHOR | Bdecker, Florian; Bodecker, Florian |
| PUBLISHER | Grin Verlag (02/15/2011) |
| PRODUCT TYPE | Paperback (Paperback) |
Description
Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich P dagogik - P dagogische Soziologie, Note: 1,0, Freie Universit t Berlin, Sprache: Deutsch, Abstract: In meiner Diplomarbeit untersuche ich den Amoklauf von Erfurt als "diskursives Ereignis", d.h. als ein St ck gesellschaftlicher Rede, das beschreibt, wie ber das Ereignis gedacht wird, was ber es gesagt und vor allem nicht gesagt wird. Dazu wurden ber einen Zeitraum von zwei Wochen die Artikel von drei renommmierten Tageszeitungen, einer Wochenzeitung und eines Magazins ausgewertet. Dabei stellt sich heraus, das drei Themen im Vordergrund stehen: Die Diskussion ber die Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien, die T terpers nlichkeit und die Schule als gesellschaftliche Institution und Ort des Amoklaufs. Meine Analyse zeigt, da sowohl bei der Diskussion der Medienwirkung als auch der T terpers nlichkeit reale Handlungsgr nde gar nicht erst vorkommen: So wird in der Debatte um Gewalt in Computerspielen, die gesellschaftiche Realit t zugunsten der virtuellen ausgeblendet und der Amoklauf mit der Jugendlichkeit des T ters in Verbindung gebracht, die mit dem Alltag der Erwachsenen nichts zu tun hat. Die Diskussion um die T terpers nlichkeit vereigenschaftet der Tat und ignoriert ihre Begr ndetheit in den Verh ltnissen wie sie f r den T ter bedeutungsvoll waren, womit sie zu einem singul ren Ereignis wird, das mit anderen Bew ltigungsweisen von Schule nichts zu tun. Die Schule ger t ebenfalls in den Fokus der Aufmerksamkeit, wird aber nicht in ihrer gesellschaftlichen Funktion begriffen (Auslese f r die kapitalistische Berufshierarchie), sondern konstruktiv kritisiert: So gilt das Th ringische Schulsystem als besonders hart, und der Umgang mit den Schulverlieren k nnte etwas sensibler erfolgen. Insgesamt ist der Diskurs um den Amoklauf von Erfurt dadurch gekennzeichnet, da eine Kritik an der Lebensbedingungen entweder abgewehrt wird oder nur als konstruktive zugelassen wird.
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Product Format
Product Details
ISBN-13:
9783640825783
ISBN-10:
3640825780
Binding:
Paperback or Softback (Trade Paperback (Us))
Content Language:
German
More Product Details
Page Count:
180
Carton Quantity:
40
Product Dimensions:
5.83 x 0.41 x 8.27 inches
Weight:
0.53 pound(s)
Feature Codes:
Illustrated
Country of Origin:
US
Subject Information
BISAC Categories
Education | General
Education | Sociology - General
Descriptions, Reviews, Etc.
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Diplomarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich P dagogik - P dagogische Soziologie, Note: 1,0, Freie Universit t Berlin, Sprache: Deutsch, Abstract: In meiner Diplomarbeit untersuche ich den Amoklauf von Erfurt als "diskursives Ereignis", d.h. als ein St ck gesellschaftlicher Rede, das beschreibt, wie ber das Ereignis gedacht wird, was ber es gesagt und vor allem nicht gesagt wird. Dazu wurden ber einen Zeitraum von zwei Wochen die Artikel von drei renommmierten Tageszeitungen, einer Wochenzeitung und eines Magazins ausgewertet. Dabei stellt sich heraus, das drei Themen im Vordergrund stehen: Die Diskussion ber die Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien, die T terpers nlichkeit und die Schule als gesellschaftliche Institution und Ort des Amoklaufs. Meine Analyse zeigt, da sowohl bei der Diskussion der Medienwirkung als auch der T terpers nlichkeit reale Handlungsgr nde gar nicht erst vorkommen: So wird in der Debatte um Gewalt in Computerspielen, die gesellschaftiche Realit t zugunsten der virtuellen ausgeblendet und der Amoklauf mit der Jugendlichkeit des T ters in Verbindung gebracht, die mit dem Alltag der Erwachsenen nichts zu tun hat. Die Diskussion um die T terpers nlichkeit vereigenschaftet der Tat und ignoriert ihre Begr ndetheit in den Verh ltnissen wie sie f r den T ter bedeutungsvoll waren, womit sie zu einem singul ren Ereignis wird, das mit anderen Bew ltigungsweisen von Schule nichts zu tun. Die Schule ger t ebenfalls in den Fokus der Aufmerksamkeit, wird aber nicht in ihrer gesellschaftlichen Funktion begriffen (Auslese f r die kapitalistische Berufshierarchie), sondern konstruktiv kritisiert: So gilt das Th ringische Schulsystem als besonders hart, und der Umgang mit den Schulverlieren k nnte etwas sensibler erfolgen. Insgesamt ist der Diskurs um den Amoklauf von Erfurt dadurch gekennzeichnet, da eine Kritik an der Lebensbedingungen entweder abgewehrt wird oder nur als konstruktive zugelassen wird.
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